Konzeption

1. Pädagogische Haltung

Wir sehen jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit mit individuellen Stärken, Bedürfnissen und Entwicklungsfeldern. Unsere Aufgabe ist es, Kinder achtsam zu begleiten, ihnen Freiraum zu geben und gleichzeitig verlässliche Orientierung zu bieten.

2. Lernen in und mit der Natur – Gemeinsam durchs Jahr

„Unser Alltag orientiert sich am Rhythmus der Jahreszeiten. Wir nehmen die unterschiedlichen Qualitäten unmittelbar wahr: die Hitze und Trockenheit des Sommers, das belebende Gefühl, die Füße in einen kühlen Bach zu tauchen, ebenso wie die Kälte des Winters, wenn man nach einer langen Wanderung durch den kahlen Wald in einen warmen, gemütliche Schutzhütte zurückkehrt.“

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Die Kinder lernen, sich auf diese Gegebenheiten einzustellen und im natürlichen Rhythmus mitzuerleben. Dabei entwickeln sie eine enge Verbindung zu ihrer Umwelt: Sie heißen im Frühling die Zugvögel willkommen, entdecken aufmerksam die ersten Frühlingsblüher, betrachten im Herbst die Färbung der Blätter und freuen sich über selbst angebautes Obst und Gemüse. Auf diese Weise wächst ihr Respekt gegenüber der Natur sowie ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit ihr. Die Beständigkeit der natürlichen Abläufe gibt den Kindern dabei Orientierung und Sicherheit.

Im Laufe des Jahres begegnen die Kinder zudem unterschiedlichen Kulturen und Weltanschauungen. Verschiedene Feste im Jahreskreis werden gemeinsam gefeiert – mal in größerem, mal in kleinerem Rahmen.

Darüber hinaus orientieren wir uns am lebenspraktischen Ansatz. Die Kinder werden ernst genommen und in alltägliche Aufgaben einbezogen, die sie eigenständig übernehmen dürfen – ähnlich wie Erwachsene. Dadurch erfahren sie ihren eigenen Wert, stärken ihr Selbstbewusstsein und erleben Selbstwirksamkeit. Durch gemeinsames, sinnvolles Handeln wächst die Gruppe zusammen: Es entsteht etwas, zu dem jeder entsprechend seiner Fähigkeiten beiträgt. So lernen die Kinder, Unterschiede wahrzunehmen, zu akzeptieren und mit Offenheit sowie Toleranz miteinander umzugehen.

3. Bewegung als Schlüssel zur Entwicklung

„Bewegung ist die Grundlage allen Lernens. Klettern, Balancieren, Rennen, Bauen – all das stärkt Motorik, Selbstbewusstsein und Körpergefühl“

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Kinder erschließen sich die Welt vor allem durch Bewegung. Sie probieren sich aus, lernen ihre Fähigkeiten kennen, nehmen Kontakt zu ihrer Umwelt auf und legen wichtige Grundlagen zu einem positiven Körpergefühl. Ein gefestigtes Selbst- und Körperkonzept, ist die Basis für die gesamte Entwicklung des Kindes.

Unser Naturraum bietet den Kindern alles, was sie für eine positive Körper- und Selbstwahrnehmung benötigen. Die Kinder schleichen sich an, verharren um Tiere zu beobachten, graben „Schätze“ aus, bauen und konstruieren Lager, springen über Gräben, balancieren über Stämme, schleppen Steine, klettern auf Bäume, rennen über unebenes Gelände und kullern sich Berge hinunter.

Die Bewegungsvielfalt ist so groß, wie die Bewegungsimpulse, die die Natur uns bietet und fördert ständig das Gleichgewicht, eine sichere Motorik, Ausdauer und Kraftdosierung. Auf die Bedürfnisse des Körpers wird geachtet. So wird sich im Winter viel bewegt, um die Körpertemperatur zu halten und nicht zu frieren und im Sommer werden die Bewegungen langsamer. Mit der Zeit lernen die Kinder, was ihrem Körper gut tut, entwickeln Vertrauen in ihre Fähigkeiten und ein postitives Selbstbild.

4. Freiraum für Fantasie und Kreativität

Reduzierte Materialien fördern Kreativität. Eigenes Denken statt vorgefertigtem Spiel. Kompetenzen für die Zukunft entwickeln!

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Eine bewusst reduzierte Umgebung mit wenigen vorgefertigten Materialien eröffnet Kindern wertvolle Freiräume für eigene Ideen. Statt fertiger Spielvorgaben steht das selbstständige Denken im Mittelpunkt – Kinder gestalten ihr Spiel aus sich heraus und entwickeln dabei kreative Lösungswege.

Einfache Naturmaterialien wie Stöcke, Steine, Blätter oder Tannenzapfen werden zu dem, was die Kinder gerade brauchen: mal ein Haus, mal ein Tier, ein Fahrzeug oder etwas völlig Neues. So entstehen immer wieder neue Spielwelten, die sich an den Interessen und der Fantasie der Kinder orientieren.

Ergänzend dazu bieten Bereiche wie Werkstatt oder Malatelier Möglichkeiten, eigene Ideen weiterzuentwickeln und gestalterisch umzusetzen – sei es frei oder durch gezielte Impulse.

Auf diesem Weg erwerben Kinder wichtige Fähigkeiten für ihre Zukunft. Neugier, Ausdauer und Kreativität helfen ihnen, eigene Ziele zu verfolgen und Lösungen zu finden. Sie lernen, flexibel zu denken, Herausforderungen anzunehmen und mit Veränderungen umzugehen. Diese Erfahrungen stärken Selbstständigkeit, Frustrationstoleranz, Teamfähigkeit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

5. Wachsen in der Kleingruppe

In unserer altersgemischten Gruppe dürfen die Kinder so lange klein sein, wie sie es brauchen – und gleichzeitig auch groß werden, wenn sie bereit dafür sind. Diese Mischung eröffnet vielfältige Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Die Welt mit Sinnen entdecken
Im täglichen Miteinander und Spiel erfahren sie, wie wichtig es ist, auf andere zuzugehen, sich bei Bedarf auch zurückzunehmen und unterschiedliche Meinungen wahrzunehmen und zu akzeptieren. Sie erleben sich als Teil einer Gemeinschaft und lernen zugleich, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu vertreten.

Die Welt mit allen Sinnen entdecken:
In unserem Naturraum werden alle Sinne angesprochen. Die Vielfalt der Eindrücke ist unendlich: Steine werden in ihrer Schwere ertastet, der Boden duftet nach Regen anders, Kräuter werden verkostet. Die Kinder hören das Zwitschern der Vögel, das Rascheln des Laubes oder die besondere Stille der Natur. Ergänzend stehen Materialien wie Wolle, Ton, Holz und Sand zur Verfügung, wobei der Prozess der Sinneswahrnehmung im Vordergrund steht. So entwickeln sie eine feinere Wahrnehmung für ihre Umwelt und lernen, achtsame Momente bewusst zu erleben.

6. Rituale

Rituale geben dem Alltag der Kinder eine verlässliche Struktur und schaffen Orientierung in wiederkehrenden Abläufen. Sie fördern Sicherheit, stärken das Gemeinschaftsgefühl und unterstützen die Selbstständigkeit.

Unsere Rituale im Detail
  • Übergangsrituale: Persönliche Verabschiedung von den Eltern am Morgen
  • Klangschale: Signalisiert den Beginn des Morgenkreises
  • Vor dem Vesper: Toilettengang, Händewaschen und ein gemeinsamer Spruch
  • Indianergeheul: Ein vereinbartes Signal ruft die Kinder für Ortswechsel zusammen
  • Tagesende: Gemeinsames Aufräumen und Abschlusskreis mit der Klangschale

7. Eingewöhnung

Die Eingewöhnung ist eine behutsame und individuell gestaltete Phase, in der sich Kinder, Eltern und Erzieherinnen gemeinsam an die neue Situation herantasten.

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In den ersten Tagen wird das Kind von einem Elternteil begleitet, der als „sicherer Hafen“ dient. Die Aufenthaltsdauer und Trennungsphasen werden schrittweise gesteigert, sobald Vertrauen zur Bezugserzieherin besteht. Eltern verabschieden sich klar, um den Abschied nicht unnötig zu verlängern. Tränen dürfen sein – sie sind Teil eines wichtigen Entwicklungsschritts. Sollte sich ein Kind nicht beruhigen lassen, wird der Versuch unterbrochen. Die Eingewöhnung kann bis zu vier Wochen dauern, bis sich das Kind sicher genug fühlt.

8. Partizipation im Kindergartenalltag

Kinder werden aktiv an Entscheidungen beteiligt und ihre Meinungen gehört. Sie erleben Selbstwirksamkeit, übernehmen Verantwortung und gestalten das Miteinander in der Gruppe mit.

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Ob bei der Planung von Aktivitäten oder der Gestaltung des Tagesablaufs – die Kinder haben die Möglichkeit, Wünsche zu äußern. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und erfahren demokratische Prozesse. In Gesprächsrunden üben sie, Gedanken zu formulieren und andere Perspektiven zu respektieren. Wir bringen den Kindern Vertrauen entgegen und geben ihnen altersgerechte Freiräume. So stärken sie ihr Selbstbewusstsein und ihre sozialen Kompetenzen in einer wertschätzenden Atmosphäre.

9. Ausrüstung der Kinder

Die richtige Ausrüstung sorgt dafür, dass die Kinder wettergerecht geschützt sind und sich unbeschwert bewegen können.

Checkliste ansehen
Rucksack: Mit Brustgurt für guten Halt.
Verpflegung: Sättigendes Vesper (müllfrei) und Wasser/Tee.
Kleidung: Dem Zwiebelprinzip folgend (mehrere Schichten).
Schuhe: Festes, gut sitzendes und wasserdichtes Schuhwerk.
Kopfbedeckung: Sonnenhut im Sommer, Wollmütze im Winter.
Schutz: Lange Hosen (auch an warmen Tagen) schützen vor Zecken und Sonne.